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IHK-Journal - Für ein autonomes Leben trotz Einschränkungen

Das IHK-Journal erscheint alle zwei Monate in einer Auflage von rund 55.000 Exemplaren. Es informiert die Mitgliedsunternehmen über die Arbeit der IHK Koblenz und beleuchtet als regionales Wirtschaftsmagazin das Wirtschaftsgeschehen im nördlichen Rheinland-Pfalz.

In der aktuellen Ausgabe wird auch über das MEDI-HAUS berichtet, welches mit seinem gesellschaftspolitischen Mehrwert für Betroffenen und Angehörigen sowie seinem ganzheitlichen Lösungsansatz zu barrierefreier Autonomie im Alter punktet. 

Lesen Sie hier den ganzen Bericht:

Industriestraße 31 im Gewerbepark Mül-heim-Kärlich. Von außen scheint es ein ganz normales Haus zu sein, wäre nicht die Rampe, die zur Haustür führt und die Schilder, die darauf hindeuten, dass es sich hier doch um ein besonderes Haus handelt: das „Medi-Haus“, ein im Juli 2017 gestar-tetes Projekt der Medi-Center Mittelrhein GmbH in Koblenz. In ihm können sich Betroffene, Angehörige und Pflegedienste über alles, was das Leben mit Mobili-tätseinschränkungen erleichtert, im alltäg-lichen Wohnumfeld informieren.

An der Haustür – natürlich per Knopf-druck zu öffnen – empfängt Björn Besse, Geschäftsführer des Medi-Centers. Es gehe, erläutert er, weniger um das einzel-ne Produkt, wie Rollatoren, Rollstühle, Treppenlifte und andere Hilfsmittel, son-dern um Gesamtkonzepte. „Wir möchten mit unserem ‚Medi-Haus‘ Betroffenen und Angehörigen mit ganzheitlichen Lösungs-ansätzen zur Seite stehen“, erklärt Besse. Wer auch im Alter selbstständig Zuhause leben möchte, findet hier Anregungen für sicheres und barrierefreies Wohnen. Fachliche Beratung über die gesetzlichen Regelungen sei dabei ganz wichtig, meint Besse. „Nicht das bloße Verkaufen steht im Vordergrund, sondern, über die Dienst-leistungen eines normalen Sanitätshauses hinaus, kleine und große Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität trotz Mobilitätseinschränkungen zu informie-ren.“ Dazu kann eine Küche gehören, die mit höhenverstell- und unterfahrbaren Arbeitsflächen und Tischen und einer elektrisch regulierbaren Spüle die alltäg-lichen Arbeiten auch vom Rollstuhl aus erlaubt. „Wir verkaufen natürlich keine Küchen oder Bäder, sondern wir vermit-teln sachkundige Partner.“

Ebenerdig geht’s weiter ins Wohnzimmer, in dem neben der Couch ein Pflegebett steht. „Viele Angehörige wollen den zu Pflegenden in ihrer Nähe haben“, kom-mentiert Besse. An den Wänden sind Knöpfe und sogenannte „Aktoren“ instal-liert. Diese lösen bei Betätigung Hausnot-rufsysteme aus und informieren im Haus und auf Wunsch auch per GPS-Funktion Angehörige in der Nachbarschaft.

„Bundes- und landespolitisch ist die Auto-nomie im Alter in den eigenen vier Wän-den schon lange ein zentrales Thema“, sagt Björn Besse. Das Medi-Haus demons-triere, wie sie funktionieren kann. Ein Alterssimulationsanzug macht Ein-schränkung der Mobilität auch für nicht betroffene Menschen erfahrbar und zeigt, wie nützlich etwa ein Treppen- oder ein Patientenlift sein können, mit dem sich zu Pflegende etwa aus dem Bett, in den Roll-stuhl oder in die Badewanne heben lassen.

Kein Wunder, dass angesichts des wach-senden Bedarfs auch der Beruf Kauffrau/Kaufmann im Gesundheitswesen attrak-tiv ist. So bildet das Medi-Center Mittelr-hein 2018 sieben Kaufleute und eine dual Studierende aus. Drei von ihnen sind auch als Azubi-Botschafter, die etwa in Schulen über Ausbildung und Berufsaussichten informieren, tätig. „Die Förderung der jungen Leute ist uns ein besonderes Anlie-gen“, versichert Besse, „denn sie sind ja unsere Zukunft.“

Dr. Liselotte Sauer-Kaulbach


Erfahrungen & Bewertungen zu MEDI-CENTER Mittelrhein GmbH